Mehr Optimismus: Unverzichtbar, um resilient zu sein oder es zu werden

Eine Kompetenz, die beträchtlich auf unsere psychische Widerstandsfähigkeit und mentale Gesundheit einzahlt, ist die Fähigkeit, belastenden Umständen und Schwierigkeiten mit einer positiven Einstellung zu begegnen.

Positive Einstellung: Was ist gemeint?

Gemeint ist nicht, sich Problematisches schönzureden. Vielmehr geht es darum, einseitige Sichtweisen auszugleichen und uns selbst eine grössere Bandbreite von Erfahrungen zugänglich zu machen. Indem wir trotz aller Turbulenzen darauf vertrauen, dass wir Probleme bewältigen können und werden, gelingt es uns, Schwierigkeiten mit einer positiven Haltung zu begegnen.

Mit Optimismus und einem positivem Selbst- und Weltbild zu mehr Widerstandskraft

Wenn wir an uns glauben und tief in uns drinnen davon überzeugt sind, dass wir auch die schwierigsten Situationen meistern können, schöpfen wir Kraft aus uns selbst heraus. Dann wird es möglich, dass wir mit Zuversicht und Mut an Schwierigkeiten oder Krisen herangehen. Ein positives Selbstkonzept und (Selbst-)Vertrauen zu haben, ist aber erst die halbe Miete. Wollen wir mehr Widerstandskraft und Krisenkompetenz aufbauen, brauchen wir auch gleichermassen die Fähigkeit, die Welt und die Menschen um uns herum durch die positive Linse betrachten zu können.

Sind wir uns unserer Begabungen, Talente und Kompetenzen so richtig bewusst und richten wir unsere Aufmerksamkeit und Energie – auch in Krisenzeiten – auf die Chancen und Möglichkeiten, die sich uns bieten, dann beflügelt dies unsere Kreativität beim Problemlösen und gibt uns Energie zu handeln. Wir können die Umstände mitgestalten, anstatt in einer Opferhaltung zu verharren. So bleiben wir zuversichtlich hinsichtlich der Bewältigung unserer Aufgaben, der Lösung von Problemen und der Erreichung unserer Ziele. Des Weiteren können wir uns unsere früheren Wachstums- und Lernerfahrungen bewusst machen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Fertigkeiten für unsere Gegenwart und Zukunft nutzen.

Optimismus kann man lernen

Als resiliente Menschen sind wir fähig, mit einer gewissen Distanz auf die Gesamtsituation zu blicken und zu erkennen, was trotz all unserer Probleme und Sorgen gerade gut und vorteilhaft für uns verläuft. Probleme blenden wir dabei nicht aus, sondern schaffen ein gesundes Gegengewicht zur negativen, uns schwächenden Sichtweise.

Der zentrale Schlüssel für die Entwicklung von Optimismus – auch in Krisenzeiten – ist die Art und Weise, wie wir unsere Energie und Aufmerksamkeit auf das lenken, was funktioniert und gut läuft. Das können wir üben:

Stell dir – am besten täglich – die folgenden Fragen, um mehr Optimismus bei dir aufzubauen:

▪ In welchen Momenten habe ich mich heute wohl gefühlt?

▪ Was hab ich heute besser, leichter, angenehmer empfunden?

▪ Was ist mir heute gut von der Hand gegangen? Was hab ich gut hinbekommen? Als Führungskraft, als Teammitglied, in meiner Rolle als Freund*in/Mutter/Vater/ Tochter usw.? Ganz für mich selbst und für meine eigenen Bedürfnisse?

▪ Welche meiner Stärken und Talente konnte ich heute einsetzen?

Wenn wir unsere Energie und Aufmerksamkeit auf die positiven Ausnahmen richten und fähig sind, das Gute im Schlechten als Chance zu sehen, offenbaren sich uns Möglichkeiten zu wachsen und uns weiterzuentwickeln.

Stärke die Resilienz deines Teams

Resiliente Personen haben nicht nur eine gute Wahrnehmung ihrer eigenen Fähigkeiten. Sie besitzen ebenfalls einen guten Blick für die Fertigkeiten, Talente und Begabungen anderer, z.B. ihrer Mitarbeitenden, Teamkollegen oder Partner.

Wenn du dir für dein Team, deine Praxis oder deine Organisation mehr Widerstandskraft wünschst, dann leb Optimismus und Zuversicht für die Erreichung der gesetzten Ziele vor und fördere die erfolgreiche Bewältigung von Aufgaben. Wenn du Misserfolge und Krisen nicht als unüberwindlichen Hindernisse betrachtest und davon ausgehst, dass Rückschläge wichtige Erfahrungen auf dem Weg zum Erfolg sind, dann bleiben auch deine Teammitglieder gelassen. Mitarbeitende in solchen Praxen bzw. Organisationen zeigen eine hohe Zufriedenheit, spüren konstruktive Energie und positive Emotionen. Dies zeigt sich in einem hohen Mass an Engagement und Einsatz für ihr Team bzw. die Praxis.

Du kannst deinen Optimismus und deine positive Selbsteinschätzung in deiner Praxis verstärken, indem du über Erfolge und positive Ereignisse sprichst, sie anerkennst und gemeinsam feierst.

Beispielsweise so:

▪ Betone in persönlichen Gesprächen und Meetings immer wieder diejenigen Aspekte, die gut laufen, die funktionieren, die dir oder anderen leicht von der Hand gehen.

▪ Diskutiere Probleme und Schwierigkeiten, doch such gleichermassen mit deinem Team zusammen immer wieder auch nach den positiven Ausnahmen.

▪ Sei selbst bereit für Veränderungen und öffne dich für einen Neuanfang. Frag dich und deine Mitarbeitenden immer wieder: Was könnte an der jetzigen Situation einmal von Vorteil sein? Was gibt es hier und nun zu lernen?

Die Wissenschaft belegt, dass optimistische Menschen gesünder und belastbarer sind, mehr Ausdauer haben und länger leben als Pessimisten. Wir haben es in der eigenen Hand, unseren Optimismus zu kultivieren und haben tatsächlich die Wahl, wie wir unseren Wahrnehmungsfilter einstellen. Der deutsche Journalist und Publizist Theodor Heuss hatte hierfür eine prägnante Guideline:

„Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.”

Wenn du dir mehr Widerstandskraft und Stressresistenz für dich selbst und dein Team wünschst, dann kontaktiere mich einfach ungeniert per E-Mail auf mail@strongroots.ch und wir schauen uns zusammen an, wie ich dich dabei am besten unterstützen kann.

[Impulse zum Stressmanagement für dein Praxisteam findest du auch im ZZS-Artikel vom 06/22](https://strongroots.ch/wp-content/uploads/2022/06/ZZS_D_2022_06_Stressmanagement_Optimismus_Zahnarztpraxis_Gajic.pdf)